Was eine Monero-Wallet macht

Deine XMR liegen auf der Monero-Blockchain, die Wallet hält nur die Schlüssel. Jedes Monero-Konto hat einen View Key, mit dem die Wallet eingehende Zahlungen findet, und einen Spend Key, der Ausgänge signiert. Weil jede Zahlung an eine einmalige Adresse auf der Chain geht, muss die Wallet jeden neuen Block prüfen, also etwa alle zwei Minuten einen. Deshalb synchronisiert eine Monero-Wallet bei jedem Start, und der Kontostand stimmt erst, wenn die Synchronisierung fertig ist. Beim Anlegen bekommst du eine Seed-Phrase. Sie enthält alles, um deine Monero zu sehen und auszugeben: Schreib sie offline auf und gib sie nirgends ein außer in eine Wallet, die du wiederherstellst.

Die Monero Wallets im Überblick

Alle Wallets hier sind Open Source und verwahren die Schlüssel auf deinem eigenen Gerät. GUI und CLI veröffentlicht das Monero-Projekt selbst; die übrigen führt getmonero.org als Community-Wallets, die nicht vom Core-Team betreut werden, und empfiehlt, sie selbst zu prüfen. Die Angaben stammen von den Seiten und Dokumentationen der Projekte.

  • Monero GUI: die offizielle grafische Wallet für Windows, macOS (Intel und ARM) und Linux. Im Simple Mode verbindet sie sich automatisch mit einem Remote Node, im Advanced Mode steuerst du Wallet und eigenen Node, mit Pruning und Ledger- und Trezor-Unterstützung. 25-Wörter-Seed.
  • Monero CLI: die offizielle Kommandozeilen-Wallet, auch für Android (ARM) und FreeBSD, mit dem vollsten Funktionsumfang einschließlich Multisig. 25-Wörter-Seed.
  • Feather: Monero-Desktop-Wallet für Linux, Tails, Windows und macOS, entwickelt von dsc, tobtoht und weiteren Beitragenden, finanziert über das Community-Crowdfunding von Monero und Spenden. Eingebautes Tor, feine Coin Control, Offline-Signieren, 16-Wörter-Polyseed.
  • Cake Wallet: von Cake Labs, Multi-Coin-Wallet für Android, iOS, macOS und Linux; neue Windows-Versionen pausieren bis zu einem Neuentwurf, den Cake für Ende 2026 ankündigt. Neue Monero-Wallets nutzen standardmäßig Polyseed; dazu automatische Unteradressen, Coin Control, experimentelles eingebautes Tor und eigene Nodes.
  • Monerujo: Open-Source-Monero-Wallet für Android mit eigenen Node-Listen, Street Mode zum Ausblenden des Kontostands und Unterstützung für die Ledger-Nano-S-Serie per USB-Kabel.

Welche Monero Wallet passt zu dir?

Es gibt keine Wallet, die für alle die richtige ist. Viele nutzen zwei: eine Handy-Wallet für kleine Beträge und eine Desktop- oder Hardware-Lösung für Erspartes.

  • Nimm die Monero GUI, wenn du die Referenz-Wallet am Desktop willst und später einen eigenen Node betreiben möchtest.
  • Nimm Feather, wenn du eine schlanke Desktop-Wallet mit Tor ab Werk, genauer Coin Control oder Offline-Signieren suchst und nur Monero brauchst; Feather läuft auch unter Tails.
  • Nimm Cake Wallet, wenn du Monero auf dem Smartphone willst oder Monero, Bitcoin, Litecoin und Ethereum in einer App.
  • Nimm Monerujo, wenn du nur Android nutzt und eine reine Monero-App willst.
  • Nimm einen Ledger oder Trezor zusammen mit einer dieser Apps, wenn der Betrag nicht auf ein Alltagsgerät gehört.

Eigener Node oder Remote Node?

Ein Node speichert eine Kopie der Monero-Blockchain; deine Wallet braucht ihn zum Synchronisieren und zum Senden. Ein lokaler Node läuft auf deinem Rechner, ein Remote Node bei jemand anderem. Ein Remote Node kennt weder deine Adressen noch deinen Kontostand und kann nichts stehlen, aber sein Betreiber sieht, von welcher IP-Adresse eine Transaktion kommt, und kann in seltenen Fällen Angriffe auf deine Privatsphäre versuchen. Das Monero-Projekt rät zum eigenen Node oder zu einem Node, dessen Betreiber du vertraust, sonst zu Nodes über Tor oder I2P. Die Blockchain ist groß: Die Monero-FAQ nannte für 2024 rund 225 GB, mit Pruning rund 86 GB bei vollständiger Transaktionshistorie.

  • Eigener Node: am privatesten, braucht Speicherplatz und eine lange erste Synchronisierung.
  • Bootstrap-Modus der GUI: nutzt einen Remote Node, bis der eigene Node fertig synchronisiert ist.
  • Feather leitet standardmäßig alles außer der Wallet-Synchronisierung über Tor, auch das Senden von Transaktionen.

Lokale Synchronisierung oder Light Wallet

getmonero.org unterscheidet zwei Arten von Mobil- und Light-Wallets. Wallets mit lokaler Synchronisierung wie Cake Wallet, Feather oder Monerujo verbinden sich mit einem Node, durchsuchen die Blöcke aber auf deinem Gerät und geben keinen Schlüssel heraus. Light Wallets mit Remote-Synchronisierung schicken deinen privaten View Key an einen Server, der für dich sucht. Der Server erfährt dann, wann du Geld bekommst, aber nicht wie viel, von wem oder wohin du sendest. Für Datenschutz ist lokale Synchronisierung die bessere Wahl.

25-Wörter-Seed, Polyseed und Restore Height

GUI und CLI nutzen den klassischen 25-Wörter-Seed von Monero. Polyseed ist ein neueres Format mit 16 Wörtern, das das Erstellungsdatum der Wallet enthält und eine optionale Passphrase erlaubt; Feather und Cake Wallet nutzen es für neue Wallets. Cake Wallet bietet zusätzlich einen 25-Wörter-Legacy-Seed und einen 12-Wörter-BIP39-Seed, den nicht jede andere Monero-Wallet lesen kann. Feather kann zu einer Polyseed-Wallet den passenden 25-Wörter-Seed anzeigen, umgekehrt geht es nicht. Die Restore Height ist der Block, ab dem eine Wallet sucht. Bei Polyseed ergibt sie sich aus dem Datum; bei einem 25-Wörter-Seed oder einer Hardware-Wallet musst du sie oft selbst eintragen. Ist sie zu hoch, fehlen frühere Transaktionen und der Kontostand ist falsch; im Zweifel nimm ein früheres Datum.

  • Notiere die Restore Height neben der Seed-Phrase.
  • Kontostand nach Wiederherstellung zu niedrig: ab einer früheren Höhe neu scannen.
  • Hängt die Synchronisierung: anderen Node oder andere Verbindung probieren.

View-only-Wallet

Eine View-only-Wallet entsteht aus deiner Hauptadresse und dem privaten View Key, ohne Spend Key. Sie sieht eingehende Zahlungen, kann aber nichts senden, und weil sie Ausgänge nicht zuverlässig erkennt, ist ihr Kontostand nicht verlässlich. Praktisch ist sie, um eine Hardware- oder Cold-Wallet vom Alltagsrechner aus zu beobachten. Denk daran: Wer deinen View Key hat, sieht jede eingehende Zahlung an diese Wallet.

Hardware Wallet: Ledger und Trezor für Monero

Eine Hardware-Wallet hält den Spend Key auf einem eigenen Gerät; jede Transaktion bestätigst du dort. getmonero.org nennt Ledger Nano S, Nano S Plus und Nano X mit GUI, CLI, Cake Wallet, Feather und Monerujo sowie Trezor Model T, Safe 3 und Safe 5 mit GUI, CLI und Feather. Laut Trezor laufen diese Modelle auch mit Cake Wallet unter Android und der Safe 7 mit Cake Wallet unter Android und iOS; das Trezor Model One unterstützt Monero nicht. Feather unterstützt zusätzlich Ledger Stax und Flex, den Trezor Safe 7 aber nicht.

  • Trezor Suite unterstützt Monero nicht; du brauchst eine Monero-Wallet-App.
  • Ledger verweist auf seiner Monero-Seite auf die Monero GUI.
  • Notiere die Restore Height der Hardware-Wallet; beim Wiederherstellen brauchst du sie.

Nur offiziell herunterladen und prüfen

Gefälschte Wallet-Apps sind der einfachste Weg, Monero zu verlieren. Installiere nur von der Seite des Projekts oder aus dem Store-Eintrag, auf den sie verlinkt. Bei GUI und CLI rät getmonero.org dringend, den SHA256-Hash des Downloads mit der Datei hashes.txt zu vergleichen, die mit dem GPG-Schlüssel von binaryFate signiert ist; die Anleitung nennt den Fingerabdruck und die Befehle für Windows, macOS und Linux. Manche Virenscanner schlagen wegen des eingebauten Miners an; prüfe dann zuerst, ob der Download echt ist. Feather veröffentlicht seinen Signaturschlüssel samt Fingerabdruck in der Dokumentation.

XMR aus einem Tausch empfangen

Öffne in deiner Wallet die Empfangsseite und kopiere eine Unteradresse: 95 Zeichen, beginnt mit 8. Unteradressen trennen Zahlungen voneinander, das Geld landet trotzdem in derselben Wallet. VeriSwap akzeptiert Standardadressen (4, 95 Zeichen), Unteradressen (8, 95 Zeichen) und integrierte Adressen (4, 106 Zeichen). Füge die Adresse ins Auszahlungsfeld ein und vergleiche Anfang und Ende mit der Anzeige in der Wallet. Nach dem Versand der Auszahlung siehst du die Zahlung, sobald die Wallet synchronisiert ist; verfügbar ist sie nach 10 Bestätigungen, also nach rund 20 Minuten.

  • BTC → XMR und ETH → XMR zahlen an die Monero-Adresse, die du einfügst.
  • Prüfe den Eingang in der synchronisierten Wallet; ein Block-Explorer zeigt keine Monero-Kontostände.
  • Ein Konto gibt es nicht: Bewahre die Auftragsreferenz auf, sie öffnet das Aktivitätsprotokoll deines Auftrags.

XMR an einen Tausch senden

Bei XMR → BTC sendest du genau den angezeigten Betrag an die Einzahlungsadresse im Auftrag, innerhalb der 15 Minuten, in denen der Empfangsbetrag gilt, und aus einer fertig synchronisierten Wallet. Die Monero-Netzwerkgebühr zahlt deine Wallet; die Auszahlungsgebühr zahlt VeriSwap. Die 0,5 % Servicegebühr sind im Empfangsbetrag schon enthalten, der Mindestbetrag liegt bei 50 USD Gegenwert. Nach dem Senden ist dein Wechselgeld 10 Blöcke lang gesperrt, der verfügbare Kontostand sinkt also für etwa 20 Minuten. Die Bitcoin-Auszahlung landet auf einer öffentlichen Chain, wo Transaktion und Empfangsadresse sichtbar sind. Eine Identitätsprüfung verlangen wir nicht; die Plattform, von der du sendest, kann eigene Regeln haben.

Typische Fehler

Die meisten Probleme entstehen bei Installation, Synchronisierung und Backup.

  • Wallet über eine Suchanzeige statt von der offiziellen Seite installieren.
  • Seed-Phrase irgendwo eintippen außer in die Wallet, die du wiederherstellst.
  • Mit zu hoher Restore Height wiederherstellen und das Geld für verloren halten.
  • Den Kontostand beurteilen, bevor die Synchronisierung fertig ist.
  • Eine Bitcoin- oder Börsenadresse ohne XMR-Unterstützung als Auszahlungsadresse angeben.
  • Einen Polyseed aufschreiben und erwarten, dass die GUI ihn direkt liest.

Quellen

Netzwerk- und Rechtsangaben stützen sich auf die unten genannten Dokumente. Die Angaben zum VeriSwap-Ablauf beschreiben den aktuellen Tauschprozess.